Gut zu wissen…

Nicht nur das Leben, auch der Todesfall ist an juristische und finanzielle Gegebenheiten geknüpft. Obwohl man sich angesichts des Verlustes eines geliebten Menschen nicht mit solchen Dingen beschäftigen möchte, gibt es Notwendigkeiten, die bedacht und erledigt werden müssen.


Auf den folgenden Seiten wollen wir Sie mit einer kleinen Zusammenfassung über die wesentlichen Punkte informieren.


Dabei geht es selbstverständlich auch um die Frage der eigentlichen Bestattungskosten.


Durch die entsprechende Vorsorge und eine vertrauensvolle Beratung können viele der hier aufgeführten Punkte bereits frühzeitig gemäß Ihren Vorstellungen geregelt werden.


Ratenzahlung

Ratenzahlungen sind bei uns möglich.

Sie werden in einem individuellen Beratungsgespräch vereinbart, denn wir haben ein Ohr für die Sorgen unserer Trauernden.


Testament und Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge

Ist kein Testament gemacht worden oder das Testament ungültig, dann wird die Erbschaft nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt. Im Normalfall gilt bei Ehepaaren die Zugewinngemeinschaft. Danach erbt der Ehepartner in der Regel in jedem Fall. Ihm steht – wenn keine Gütertrennung vereinbart ist – mindestens die Hälfte des Nachlasses zu. Bei Gütertrennung erhält der Ehepartner, wenn Kinder vorhanden sind, nur ein Viertel. Der Mindestanteil kann sich aber unter bestimmten Voraussetzungen um bis zu drei Vierteln der Erbmasse erhöhen.


Gesetzliche Erben erster Ordnung sind zunächst die Kinder des Verstorbenen – sowohl eheliche als auch nicht eheliche –, wobei letztere nur dann gesetzliche Erben ihrer Vorfahren sind, wenn sie nach dem 30. Juni 1949 geboren sind. Die Kinder des Erblassers erben zu gleichen Teilen den verbleibenden Rest. Die nicht ehelichen Kinder haben beim Tode ihres Vorfahren jedoch nur einen Anspruch auf Zahlung in Höhe des Wertes ihres Erbteils in Geld – sogenannter Erbersatzanspruch. Für verstorbene Kinder treten die Enkel als Anspruchsberechtigte ein. Gibt es Erben erster Ordnung, dann gehen die weniger nahestehenden Verwandten leer aus. Andernfalls kommen die Erben zweiter Ordnung in Betracht. Zunächst Vater und Mutter. Sie erhalten zusammen ein Viertel, der Ehepartner drei Viertel.


Leben Mutter, Vater oder beide Elternteile nicht mehr, treten an deren Stelle die Geschwister des Erblassers. Sind auch diese verstorben, geht der Erbteil auf deren Kinder über. Wenn es keine Erben erster oder zweiter Ordnung gibt, ist der Ehepartner gesetzlicher Alleinerbe. Ist der Ehepartner dagegen schon vorher verstorben, sind die Erben dritter Ordnung an der Reihe: Zuerst die Großeltern, danach Onkel und Tante, danach Cousin und Cousine.


Testament und Pflichtteil

Die gesetzliche Erbfolge kann durch ein Testament ausgeschlossen und eine andere Erbfolge bestimmt werden. Jedermann hat das Recht, über sein Vermögen so zu verfügen, wie er es für richtig hält. Man kann beispielsweise den Ehepartner als Alleinerben einsetzen, ohne die Kinder zu berücksichtigen. In diesem Fall können die Kinder aber den ihnen zustehenden Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil – das ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils – ist in Geld auszuzahlen. Pflichtteil- berechtigte sind die Kinder, die Eltern (wenn keine Kinder vorhanden sind) und immer der Ehepartner des Verstorbenen.


Das Privattestament

Die einfachste Testamentsform ist das Privattestament. Es muss eigenhändig und handschriftlich verfasst, mit Datums- und Ortsangabe versehen und unterzeichnet sein. Wird das Testament nicht durchgehend eigenhändig und handschriftlich verfasst, ist es ungültig. Achtung: Stark Sehbehinderte dürfen laut Gesetz kein privatrechtliches Testament errichten, sie sind auf das öffentliche Testament beschränkt.


Das öffentliche Testament

Beim öffentlichen Testament wird der letzte Wille zu Protokoll eines Notars erklärt. Der Notar wird das Testament beim Nachlassgericht hinterlegen.


Das gemeinschaftliche Ehegatten-Testament

Ehepartner können ein gemeinsames Testament abfassen. Sie setzen sich beispielsweise gegenseitig zum Alleinerben ein und bestimmen häufig die Kinder als Erben des länger lebenden. Bei einem solchen gemeinschaftlichen Ehegatten-Testament ist jedoch zu beachten, dass keiner der beiden Ehegatten Verfügungen allein widerrufen kann, von denen anzunehmen ist, dass sie nicht ohne Verfügung des anderen getroffen worden wären. Dies bedeutet häufig, dass der länger lebende Ehegatte an das gemeinschaftliche Testament gebunden ist.


Zum Inhalt eines Testaments

Als Erben können Sie einsetzen, wen Sie möchten. Ob eine oder mehrere Personen erben sollen, ob Staat, karitative Institutionen oder andere rechtsfähige Vereinigungen – das liegt im Ermessen des Erblassers.


Aus dem Testament muss zunächst hervorgehen, wer allein oder zu welchem Bruchteil erben soll (Erbquote). Dabei können bestimmte Nachlassstücke ganz bestimmten Erben zugesprochen werden (Teilungsanordnung).


Der Wert dieser Stücke wird angerechnet auf die Erbquote, die dem jeweiligen Erben zusteht. Wenn keine Anrechnung auf die Erbquote erfolgen soll, ist ein Vermächtnis aufzusetzen, aus dem das hervorgeht.


Der Wortlaut könnte folgender sein: "Mein Haus vermache ich meinem Sohn Hans, ohne dass dies auf sein Erbteil anzurechnen ist." Ein Vermächtnis ist auch dann nötig, wenn Nichterben (zum Beispiel Freunde oder Bekannte) ein bestimmtes Teil erhalten sollen. Hinweise, die in direktem Zusammenhang mit der Bestattung stehen, zum Beispiel der Wunsch, eingeäschert zu werden, gehören nicht in ein notarielles Testament, das beim Amtsgericht hinterlegt wird, sondern in eine handschriftlich erstellte testamentarische Verfügung, die bei den Dokumenten und Urkunden im Hause liegt. Am besten legt man solche Wünsche im L E S C H | Bestattungs-Vorsorge-Vertrag fest. Die Erben sind laut BGB verpflichtet, die Kosten für eine standesgemäße Bestattung zu tragen.


Die Testamentseröffnung

Wer ein Testament verwahrt oder findet, ist verpflichtet, es sofort nach dem Sterbefall beim Amtsgericht einzureichen.


Ausschlagen der Erbschaft

Wenn Sie befürchten, dass der Nachlass überschuldet ist oder sonstige Gründe vorliegen, können die gesetzlichen und testamentarischen Erben die Erbschaft ausschlagen. Dies muss innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis von Todesfall und möglicher Erbenfeststellung erfolgen. Das Ausschlagen der Erbschaft muss gegenüber einem Notar oder direkt gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden.


Der Erbschein

Als amtlicher Nachweis gilt der Erbschein. Sie benötigen ihn als Vorlage bei der Bank, den Behörden – insbesondere vor dem Grundbuchamt, sofern ein Grundstück geerbt wurde. Jeder Erbe kann den Antrag für einen Erbschein bei jedem Notar oder dem Nachlassgericht stellen. Dem Antrag sind die erforderlichen Urkunden beizufügen, nämlich diejenigen, die für den Nachweis der Erbfolge erforderlich sind, d.h. das Testament bzw. bei gesetzlicher Erbfolge die Abstammungsurkunden. Es empfiehlt sich aber, in schwierigen Fällen einen Rechtsanwalt oder Notar hinzuzuziehen.


Die Vollmacht

Bis zur Erlangung eines Erbscheines, vergeht im allgemeinen eine lange Zeit. Die Hinterbliebenen besitzen aber oft nicht die notwendigen Barmittel, um die bis dahin angefallenen Rechnungen zu begleichen.


Daher ist es sinnvoll, einem anderen Vollmacht zu erteilen. Sie berechtigt den Bevollmächtigten, über die bestehenden Bank- und Sparkassenkonten zu verfügen, entweder nur zu Lebzeiten oder zweckmäßigerweise auch über den Tod hinaus. Es kann auch ein Vertrag zu Gunsten Dritter abgeschlossen werden, der erst mit dem Tode gültig wird.


Finanzamt

Wegen der vielfältigen Steuerbestimmungen empfiehlt es sich, bei einem Todesfall einen Steuerberater hinzuzuziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der oder die Verstorbene einen Gewerbebetrieb geführt hat oder ein größeres Vermögen hinterlässt. Es würde den Rahmen dieses Informationsblattes sprengen, auf alle Bestimmungen einzugehen. Darum behandeln wir nur die Punkte, die bei Lohnsteuer, Einkommensteuer und Erbschaftssteuer von besonderer Wichtigkeit sind.


Lohn- und Einkommensteuer /
Steuer bei Alleinstehenden

Mit dem Tod endet für den Erblasser auch die Einkommen- bzw. Lohnsteuerpflicht. Die Angehörigen können sofort, also vor Jahresende, die Einkommensteuerveranlagung beantragen. Ein vorzeitiger Antrag ist meist nur sinnvoll, wenn der Verstorbene im Todesjahr alleinstehend war und nur lohnsteuerpflichtige Einnahmen erzielte. Dieses Gesuch kann vom Tag nach dem Tod bis zum Ende des zweiten auf das Todesjahr folgenden Kalenderjahres gestellt werden.


Dabei sind die vorgeschriebenen Antragsformulare zu benutzen, ersatzweise auch Formulare des Vorjahres. Benötigte Antragsunterlagen wie: Sterbeurkunde, Lohnsteuerkarte des Verstorbenen und Personalausweis des Antragstellers, Nachweis der Erbberechtigung.


Steuer bei Verheirateten

War der Verstorbene verheiratet, ist ein vorzeitiger Antrag selten empfehlenswert. Für einen vorzeitigen Antrag wäre eine getrennte Veranlagung der Ehepartner notwendig. Diese ist aber meist ungünstiger als die gemeinsame Veranlagung nach dem Splittingverfahren. Die gemeinsame Veranlagung wirkt vor allem dann steuerersparend, wenn nur einer der Ehegatten im Todesjahr über Einkommen verfügte. Zweckmäßig ist ein vorzeitiger Antrag mit getrennter Veranlagung nur für Eheleute, die beide verdienen und ein etwa gleiches Einkommen haben. Sind beide Ehepartner im selben Kalenderjahr verstorben, sollten die Erben die gemeinsame Veranlagung sofort beantragen. Dies gilt auch dann, wenn die Ehe erst im Laufe des Jahres geschlossen wurde.


Steuer bei Geschiedenen

Wenn die Ehe des Verstorbenen im Todesjahr geschieden wurde, ist eine gemeinsame Veranlagung noch möglich. Voraussetzung dafür ist allerdings das schriftliche Einverständnis des geschiedenen Ehepartners. Stimmt der Ehepartner nicht zu, oder hat er im Laufe des Jahres wieder geheiratet, erfolgt eine getrennte Veranlagung.


Außergewöhnliche Belastungen

Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören sowohl Bestattungskosten als auch Schulden des Verstorbenen. Soweit diese höher sind als der Wert des Nachlasses sowie der Zahlungen aus Sterbegeld- und Lebensversicherungen, kann dieser Differenzbetrag von den Erben steuerlich abgesetzt werden. In diesem Fall gelten sie als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 des Einkommensteuergesetzes.


Berücksichtigt werden:

  • Aufwendungen für Überführung
  • die Bestattung
  • die übliche Trauerfeier (ohne Bewirtungskosten)
  • das angemessene Grabmal
  • Krankheitskosten werden berücksichtigt, sofern sie nicht durch eine Krankenversicherung abgedeckt oder nicht bereits in der Steuererklärung des Verstorbenen berücksichtigt worden sind.

Die Anschaffung von Trauerkleidung gehört nicht zu außergewöhlichen Belastungen.


Zumutbare Eigenbelastung

Das Finanzamt erkennt nur die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen an, welche die sogenannte zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Wie hoch die zumutbare Eigenbelastung ist, hängt vom Jahreseinkommen und Familienstand des Steuerpflichtigen ab. Als Jahreseinkommen gelten dabei die gesamten Einkünfte des Steuerpflichtigen und gegebenenfalls seines Ehegatten ohne Arbeitnehmerfreibetrag, Werbungskosten, Steuerfreibetrag bei Versorgungsbezügen.


Nicht abgezogen werden Sonderausgaben sowie Freibeträge für Körperbehinderte, Flüchtlinge und andere außergewöhnliche Belastungen.


Jedes Vermögen eines Verstorbenen, das auf einen anderen übergeht, unterliegt der Erbschaftssteuer. Dies betrifft nicht nur das normale Erbe, sondern auch das Vermächtnis und den beanspruchten Pflichtteil. Besteuert wird dabei nur die tatsächliche Bereicherung, also Nachlasswert abzüglich Nachlassverbindlichkeiten. Für die Kosten der Bestattung, des Grabmals und aller damit zusammenhängenden Nebenkosten können hier pauschal € 10.300,– ohne Nachweis abgezogen werden.


Das Finanzamt fordert die Erben zur Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung auf. Zu diesem Zeitpunkt kennt es die Vermögensverhältnisse des Erblassers schon recht gut – durch das Standesamt ist es über den Todesfall informiert, durch Nachlassgerichte, Notare, Banken und Versicherungen über den Wert der Erbschaft.


Bestattungsinformation

Spannende Artikel rund um die Themen Bestattungskultur, Bestatten, Bestattungstrends finden Sie unter www.bestattungsinformation.de


Digitaler Nachlass

Das Internet hat unsere Welt revolutioniert. 80% der Deutschen nutzen das digitale Netz. Allerdings sollte der Hinterbliebene auch an den digitalen Nachlass denken und diesen regeln. Viele Menschen, die das Internet nutzen, haben auch online eingekauft, beispielsweise bei Otto.de, Zalando.de, oder anderen Versandhändlern. Weiterhin zu nennen wären hier beispielsweise digitale Zeitungsabos, Paypal und die Einträge bei sozialen Netzwerken, wie facebook, stayfriends, google, etc.


Bei sozialen Netzwerken kann der Nutzer schon im Vorhinein festlegen, was im Falle der Nichtnutzung mit dem Benutzerkonto und den Veröffentlichungen geschehen soll. Bei google gibt es eine Art digitale Nachlass-Verwaltung. Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden links:


google.de:

www.support.google.com


Einzelheiten zum „Digitalen Testament“ lesen Sie hier | Frankfurter Rundschau:

www.fr-online.de